Eckdaten

Projektnummer 23001

Kontext: Sanierung eines Biedermaierhauses und Einrichtung eines Wasserlabors
Nutzung: Labor und Büro
Klient: DWS Hydro-Ökologie GmbH
Ort: 1050 Wien
Bearbeitungszeitraum:
Planung ab Anfang 2023 - Betriebsbeginn ab Mai 2024
Flächen:
392m² NNF
Leistungsumfang:
Studie bis Übergabe/
Ausführungsbegleitung und Projektmanagement
Mitarbeit: Marijana Vjesticova
Grafik: Catarina Tost / nordlicht
Kaffeeverbrauch während der
Umsetzung in Tassen: ca. 320

Fotos © Andreas Buchberger

DWS Hydro-Ökologie

Das traditionsreiche Labor für Wasseranalysen hatte die Betriebsstätte über einige Einheiten in einem Zinshaus im fünften Wiener Bezirk verteilt. Dieses Gebäude wurde zum Spielball von Spekulationen und in der Folge zu einer langwierigen Baustelle, die den Betrieb behinderte. Diese unangenehme Situation nahm die Geschäftsführung zum Anlass, sich nach einem anderen Standort umzusehen, der den aktuellen Anforderungen und der Größe des Unternehmens besser gerecht wird.

Gleich um die Ecke fanden sich die Räumlichkeiten einer ehemaligen Eisenwarenhandlung, die mit viel Phantasie zu Labor und Büroräumen umgebaut werden konnten. Durch einen glücklichen Zufall entstand eine Partnerschaft zwischen den zukünftigen Nutzern und den Eigentümern des Hauses mit dem Ziel, die Räume so gut wie möglich für die spezielle Nutzung zu adaptieren.  In Verantwortung für das Haus war die Eigentümerfamilie bereit, sinnvolle Investitionen in die Substanz zu tätigen, wie  zum Beispiel die Erneuerung der denkmalgeschützten,  straßenseitigen Fassade und Verglasungen  im Erdgeschoss.

Der neue Betrieb in dem Biedermeierhaus gegenüber dem Margaretenhof erstreckt sich über die ersten beiden Geschosse: Im Erdgeschoss erfolgt die Annahme und Bearbeitung der Proben in speziellen Schlämm- und Trockenräumen, in einer Abfolge von verschiedenen Labors und Mikroskopierräumen. Für die Vorbereitung der Expeditionen in die Gewässer werden die Boote und die Ausrüstung im Hof vorbereitet.

Im ersten Obergeschoss befinden sich Büros und Besprechungsräume. Aufgrund der Lage der Treppenhäuser wurde im ersten Obergeschoss entlang der Mittelwand abwechselnd nach Süden und Norden ein interner Flur vorgesehen. Die Büroräume sind durch Glaswände mit Schiebeelementen von den Erschließungsflächen abgetrennt, um einerseits die Großzügigkeit zu erhalten und andererseits konzentriertes Arbeiten zu ermöglichen.  

Die Sanierung des Bestandsgebäudes aus den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts mit den nachträglichen Eingriffen war natürlich eine Herausforderung: In einem Bereich wurde ein historischer Eingriff mit den aktuellen Bauvorschriften in Einklang gebracht. Da der Arbeitnehmerschutz keinen Konsens kennt, Flügeltüren aber für den Charme eines Altbaus wichtig sind, wurden vom Tischler neue asymmetrische Türflügel gebaut - mit der vorgeschriebenen Durchgangsbreite von 80 cm. Durchgänge mit Flügeltüren, die derzeit nicht genutzt werden, wurden belassen und auf einer Seite mit Regalen versehen.

So ein Umzug ist ein ziemlicher Kraftakt - aber auch ein Neustart und eine Gelegenheit, verschiedene andere Themen anzugehen. So wurden gemeinsam mit der Grafikerin Catarina Tost das Logo und die Drucksorten erneuert - und diese grafische Sprache wieder in die Architektur zurückgespielt. Am deutlichsten zu erkennen in der Beklebung des Erdgeschosses zur Straße: eine Welle aus  transluzenter Folie ermöglicht ungestörtes Arbeiten und blaue Tropfen deuten auf das Medium hin, das beforscht wird. Diese Tropfen wiederholen sich als Motiv auf den Glaswänden im Obergeschoss.